Spielzeit:
388 Minuten
[b]8/10[/b]
[h1]Ein solider Start[/h1]
Ich war mir zu Beginn des Abenteuers nicht sicher, ob die immerhin fünfteilige Demon Hunter - Reihe was wird. Der erste Teil ist von 2014, das Hauptmenü schaute aus wie Ende der Nuller Jahre. Es ist nicht von Artifex Mundi entwickelt, und da kann es schon kritisch werden. Ich hatte bisher noch keine Berührung mit Brave Giant Ltd., ist glaube ich auch ihr erstes Spiel überhaupt. Sie tauchen später noch häufiger im Portfolio von Artifex auf, und ich bin beruhigt, nach diesem Teil erstmal positiv auf das schauen zu können, was mir von ihnen noch bevorsteht. Denn: Demon Hunter hat seine Sache gut gemacht!
[h1]Story[/h1]
Die Protagonistin Dawn muss den Tod ihres Mentors Prof. Ashmore aufklären. Er ist in seinem Anwesen ums Leben gekommen, und sein Assistent steht unter Mordverdacht. Von Anfang an ist klar, dass man es hier mit übernatürlichen Kräften zu tun hat. Ein Experiment scheint schiefgelaufen zu sein.
Teil 1 bietet dahingehend tatsächlich keinerlei Überraschung. Kritische Stimmen, denen die Geschichte hier zu dünn ist, mögen auch recht haben. So viel passiert am Ende nicht und Dawn ist auch noch lange keine Dämonenjägerin. Ich denke man kann und sollte diesen Teil als Prolog betrachten.
Genretypisch kommt das Ende leider recht flott und unspektakulär.
[h1]Gameplay[/h1]
Dennoch fühlte ich mich sehr gut unterhalten, und woran liegt das? Nun, daran, woran es (bei mir) immer hauptsächlich liegt: es entsteht ein guter Flow, es ließ sich schön spielen.
Die Inventaranwendungen gingen fast immer gut durch und haben Spaß gemacht.
Für die Minispiele gilt das Gleiche, bis auf ein, zwei von ihnen waren sie alle sehr gut machbar (es waren ein kniffliges Aktivierungsrätsel und das berühmte Seilentwirrungsrätsel dabei).
Was aber das Tollste an diesem Titel ist: es wird ausführlich gewimmelt! Und dafür soll ein Spiel diese Genres schließlich stehen. Es kommt zwar jede Wimmelszene zweimal vor, aber erstens mag ich das sehr, weil sie dann zuerst in unbekannt und später souverän gespielt wird, und außerdem sind es wirklich sehr viele verschiedene und auch schöne Szenen. Gefühlt kommt alle paar Minuten die nächste. In anderen Titeln, von anderen Entwicklern, habe ich das Kernelement Wimmeln schon desöfteren sehr vermissen müssen.
Zum ersten Mal habe ich es innerhalb von Wimmelszenen auch erlebt, dass ein paar Chamäleonobjekte hin- und hermorphen und man damit eine zusätzliche Herausforderung hat, sie zu finden.
Es gibt vier Arten von Sammelobjekten zu finden, die alle nicht schwer versteckt sind.
Demon Hunter bietet 28 Errungenschaften, von denen man auf Anhieb vielleicht erstmal nicht alle bekommt, weil z.B. zeitgebundene Sachen dabei sind.
[h1]Technik[/h1]
Jetzt nochmal zu dem Ersteindruck einer veralteten Grafik. Dieser Eindruck verfliegt dann doch recht schnell, denn Demon Hunter hat schöne Szenerien und wie auch gerade erwähnt schöne Wimmelbildszenen.
Die Übersichtskarte ist nicht besonders hübsch, aber ok (ich hab sie so gut wie nicht benutzt).
Die Musik ist meist unauffällig, zum Finale hin gibt es eher lästiges Klaviergeklimper.
Leider kann man in den Optionen nur zwischen normalem Schwierigkeitsgrad und Experte wählen. Bei normal würde mir zu viel funkeln, also musste ich Experte wählen. Hier funkeln aber leider die Wimmelszenen nicht, und das habe ich doch ganz gerne, damit man weiß, wo man nochmal reingehen sollte, wenn das Inventar gerade zum Erliegen gekommen ist. Es war aber trotzdem ganz ok machbar.
[h1]Bonus & Extras[/h1]
Es gibt direkt ein Bonuskapitel, welches ich lobend erwähnen möchte. Es fährt ordentliche Absurditäten auf, aber im positiven Sinn, denn sie sind storybedingt erklärbar und sehr unterhaltsam. War mal was Anderes, ich habe mich da ziemlich amüsiert :-)
Im Hauptmenü gibt es die üblichen Extras: Cutscenes nochmal schauen, Minispiele und Wimmelbilder nochmal spielen, Konzeptzeichnungen und Hintergründe ansehen. Letztere sind leider sehr mau, nur klein zu sehen, und wenn man sie sich abspeichern möchte, dann hat man da ein gestauchtes 4:3 Format. Leider nicht der Rede wert.
Dieser Titel ist zugegeben recht kurz; wie eigentlich immer gilt: im Sale zuschlagen.
[h1]Fazit[/h1]
Insgesamt war Demon Hunter für mich ein überraschend guter Start in die Reihe und ich freue mich auf die weiteren Teile.
Man hat hier schöne Szenen und reichlich Wimmelbilder.
Ohne viel Widerstand geht das Spiel angenehm durch.
Die Story, wenn auch bisher nicht spektakulär, macht Lust auf mehr.
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