Spielzeit:
667 Minuten
Tja, was soll man dazu sagen? Das Spiel beginnt grafisch sehr schön und liebevoll gemacht, um im letzten Level mit einem einfachen Gitternetzmuster zu enden. Zwar gibt es dazu einen Endgegner, aber gegen den kann man im Grunde nicht verlieren. Auch die beiden Siegesgrafiken anschließend sehen aus, als hätten sie zusammen nicht mehr als 15 Euro kosten dürfen. Das hinterlässt schon mal einen schalen Geschmack nach erfolgreichem Durchlauf.
Schlimmer noch ist, dass das Gameplay dieselbe Entwicklung durchmacht: Ab der Hälfte des Spiels stellen sich alle Türme bis auf 3 als überflüssig heraus. Spielprinzip ist, dass man Türme nicht innerhalb der Reichweite eines anderen Turms bauen kann, so dass sie über die ganze Karte verstreut werden müssen, strategisch günstige Positionen können also nicht ausgebaut werden. Dann müssen die Türme auch noch Erfahrung sammeln, um von Hand upgegraded werden zu können, und nehmen ständig Schaden durch Gegener. Alles zusammen führt dazu, dass man ständig über die ganze Karte scrollen muss, um Upgrades und Reparaturen auszuführen. Das ist die ganze Spielidee, was wohl unter "Action" fallen soll, tatsächlich aber zumindest mich genauso nervt, als müsste ich ständig die von besiegten Gegnern fallengelassene Beute per Hand aufsammeln. Im Grunde ein Wunder, dass zumindest das hier automatisch passiert.
Da sich Türme nicht konzentriert bauen lassen, gibt es auch keine Support-Türme (z.B. mit Auto-Repair) und wird zu keinem Zeitpunkt wirkliche Spieltiefe erreicht. Die einzige Entwicklung im Spielverlauf besteht darin, dass Gegner nach und nach auf immer mehr unterschiedlichen Bahnen zugleich angreifen, so dass man schwierige Stellen nur in Zeitlupe spielen kann.
Das von vielen gelobte Bau-wo-du-willst-Prinzip ist hier mit so vielen Einschränkungen versehen worden, dass es flüssiges Spielen stark einschränkt: Es fehlen einfach z.B. grüne Flächen, die anzeigen, wo genau man bauen darf. So muss man entweder Platz verschwenden oder recht umständlich herumprobieren.
Ganz witzig ist, dass die Bahnen fliegender Gegner nicht angezeigt werden und man aufgrund der geringen Reichweite der Luftkampf-Türme deshalb zu Levelanfang immer wieder sehr spontan an Stellen bauen muss, deren Umfeld damit später nicht mehr zur Verfügung steht. Man sieht: Planung und Strategie stehen hier nicht im Vordergrund, im Grunde ist man eher Wartungstechniker seiner Türme.
Für 5,- Euro wäre das okay gewesen. Bei 15,- für nur 10 Level hätte ich deutlich mehr erwartet.
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